Posts by fate_md

    Danke für die Info. Aber, uff, 850€ für scheinbar NUR Gabel (da ist ja scheinbar kein Federbein bei?) ist mir glaub ich ne Nummer zu heftig. Dafür hab ich auch die falsche Wohngegend, um das täglich auskosten zu können.

    Hallo,


    ich habe eine 2010er GSX mit Traveller (glaube das hieß so?) Paket, also Quicklock Kofferträger und Hepco und Becker "Journey" Koffersatz & Topcase.
    https://www.dropbox.com/s/8gbzpybqufj2qib/1.JPG?dl=0
    https://www.dropbox.com/s/38t7…-20160502-WA0025.jpg?dl=0


    Gibt es eine Möglichkeit, die hinteren Blinker wieder in etwa auf normale Höhe zu setzen und trotzdem die Koffer weiter normal nutzen zu können? Der Koffersatz und die Quicklock Träger sind enorm praktisch, die hochgesetzten Blinker sehen aber arg nach Geschwür aus :/


    Wir hatten vorher eine Diversion 900, da war das eleganter lösbar, allerings waren dort auch kleinere Blinker verbaut. Hier würde ich die originalen Teile gerne behalten, die passen ganz gut und sind anständig hell.


    Evtl. hat ja jemand schonmal das gleiche Problem gehabt und gelöst?
    Ich wäre für Anregungen dankbar.


    Schönen Abend noch
    Chris

    Tag 13 –Sonntag, 28. August – Tagesziel Karlsbad (CZ)

    Warum
    Karlsbad?Eigentlich hatte das keinen besonderen Hintergrund. Ich kannte denOrt vom Namen her einfach, war als kleiner Knirps wohl auch mit derFamily schon dort und wenn man durch den bayrischen Wald undanschließend übers Erzgebirge will, aus Österreich kommend, landetman eben in der Nähe oder ganz einfach IN Karlsbad. Groß genug umtendenziell genügend Unterkünfte zu bieten, war unser vorerstletztes Zwischenziel also eher eine Pragmatismuslösung. Schon beimlosfahren beäugte ich den Reifen nochmal kritisch, die Alpenetappenhatten ihm heftiger zugesetzt, als ich das gedacht hätte, aber erwürde uns schon noch bis nach Hause bringen. Die Fahrt selbst konnteden letzten Tagen logisch nicht das Wasser reichen, auch wenn immermal wieder durchaus ansehnlich fahrbare Etappen zwischendrin waren.Mittlerweile wurden die Phasen bis uns der Arsch weh tat aber auchimmer deutlich kürzer, als Phasen die wir zur Regenerationbräuchten, somit also einfach durchziehen und los. Bis auf einenervige und scheinbar endlose Umleitung vor Cham und einem wildenNaviverarschungsversuch kurz vor Karlsbad – es lotste uns malspontan 5,5km auf einer elendig schmalen und in grässlichem Zustandbefindlichen Straße von der Hauptroute ab in den Wald, umschlussendlich einfach nur umkehren zu wollen – gab es keinebesonderen Vorkommnisse.


    Im Vergleichzu den Schwarzwald- und Alpenregionen sieht Tschechien einfach nurabgefuckt aus, das kann man nicht blumiger beschreiben. Über etlicheKilometer konnte man auch zweifeln, ob in diesem Land überhauptMenschen leben, weit und breit kein Haus, kein Mensch, kein gar nix.Die letzten Kilometer vor Karlsbad wären eigentlich einewunderschöne Strecke durch den Wald, ich war mittlerweile allerdingseinfach derart fertig, dass ich keinen Spaß mehr daran entwickelnkonnte. Nach einem letzten Tankstopp folgte die Fahrt ins Zentrum,die Naviführung endete hier, jetzt hieß es Pensionen suchen.Schwieriger als gedacht. Alles eher Geschäfte und große Wohnblöcke,das klassische, freistehende Einfamilienhaus mit Besitzer imErdgeschoss und obendrüber Einliegerwohnung zum vermieten war hiernicht zu finden.


    Wir fuhreneine steil ansteigende Straße hinauf in ein Gebiet augenscheinlichbesser Betuchter. Am Straßenrand war ein Schild mit unendlich vielenVerbotszeichen. Ich beschloss, dass die für mich nicht gelten, daich die Erklärungen dazu eh nicht lesen kann und fuhr einfach durch.Die Häuser wurden Villen und immer prächtiger, irgenwann ein Hotelrechts. Wir halten, das Weibchen fragt nach dem Zimmerpreis. 115€.Ohne Frühstück. Urgs. Bissl heftig für den klassischenBett-Klo-Dusche Bedarf. Eisenhart fragt die Holde also dieRezeptionistin, ob sie nicht eine günstige Pension kenne und stattsie rauszuschmeißen, zückt die gute Dame kurzerhand ihr Handy undbesorgt uns binnen 5 Minuten eine private Pension, effektiv 300mLuftlinie entfernt, Fahrstrecke sind es knapp 2km. Das ganze füretwa 1/3 des Preises, incl. Frühstück. Acht Minuten später stehenwir dort vor der Tür, die Gastmutti quatscht irgendwas auf Russisch,das Weibchen antwortet entsprechend, ich verstehe mangeldRussichkenntnissen kein Wort und schwupps sind beide im Hausverschwunden und ich stehe wie doof an der Straße. 10 Minuten späterkommen beide nebst Herr des Hauses wieder raus, man winkt michherbei, ich solle das Mopped mitbringen, es parkt auf dem Grundstück.Optimös. Mit einer Mischung aus Deutsch, Russisch, Englisch undHänden & Füßen besprechen wir gemeinsam die Details und lassenuns kurz Ausflugsziele auf einer Karte zeigen. Viel ausfliegen wollenwir gar nicht mehr, nur essen wäre toll. Durch eine Abkürzung durcheinen Park ist man in 5 Minuten in der Innenstadt, top Lage. Da hierheute City Triathlon war bzw. noch in den letzten Zügen ist, ist dieStadt gerammelt voll. Wir watscheln durch die Fußgängerzone, suchenuns ein kleines Restaurant aus, freuen uns ob des zufälligenGatis-WLAN und können somit zumindest mal die Daheimgebliebenen überunser Nachtlager informieren und anschließend für aberwitzig wenigGeld aberwitzig viel Essen in uns reinschaufeln. Der anschließendeStadtbummel fällt kurz aus, wir kaufen noch die obligatorischeMiniflasche Becherovka (Pfui Katze!) und schwingen uns per pedesdurch den Park zurück zur Pension. Der Balkon darf genutzt werden,machen wir doch gern. Bequem auf dem Korbstuhl sitzend, kann man sodie aus dem Erzgebirge nahenden Gewitter beäugen, imposanterAnblick.


    208571832-w250-h188.jpg208571833-w250-h188.jpg208571834-w250-h188.jpg208571835-w250-h333.jpg


    Tag 14 –Montag, 29. August – Tagesziel Magdeburg


    Grober Planwar eigentlich, bis kurz vor Leipzig über Land zu fahren und vondort auf die A14 und Knallgas gen Heimat. Der Reifen sieht allerdingsschon echt scheiße aus und das Navi scheint dies zu riechen. Knappdie Hälfte der Strecke sollte uns noch durch einige ansehnlicheKurven führen, genießen kann man das allerdings nicht mehr sorecht, die Spurtreue entspricht langsam einem einem betrunkenenEinbeinigen. Vorder- und Hinterreifen haben massivsten Sägezahn, dieprofillose Mittellauffläche zeigt beginnendeAuflösungserscheinungen. Wir steuern also unser Zwischenziel an undschalten kurz vor erreichen den Routing Modus um. Wohl in Absicht derReifenschonung dürfte das Navi nun zwar Autobahnen nutzen, ignoriertaber alle auf und nahe der Strecke befindlichenSchnellstraßenbetonkonstrukte vorbildlichst.

    Sehr
    starkerSeitenwind macht die Fahrt nicht wirklich angenehm, derAnschlagsversuch durch einen blöden E36 Lenker, der seinenkläglichen Überholveruch einfach nicht abbrechen wollte, obwohl wirihm entgegenkamen (an dieser Stelle danke an den bremsenden LKWFahrer, der somit eine Lücke schuf) sorgte dann ganz kurz vor derHeimat aber doch nochmals für reichlich Adrenalin. Der Rest derFahrt war Dienst nach Vorschrift, einfach nur noch ankommen, wirhatten keinen Bock mehr. Bei jeder kleinen Pause guckten wir nach demReifen. Bis nach Hause würde er uns bringen, bis zur Müritz –eigentlich waren noch 3 Tage Müritz zum Seele baumeln lassen imAnschluss geplant – aber auf keinen Fall mehr. Hatte sich aber eherledigt, da unsere potenzielle Übernachtungsmöglichkeit uns amMorgen informierte, dass sie mit Sprunggelenkbruch im Krankenhausliegt. Blöd für alle, Glück für den Reifen. Gegen 16.30 Uhr –Koffer und Weibchen sind schon zu Hause abgesetzt – tanke ich einletztes Mal voll und schubse die Rolltrompete in die Halle.

    4677Km attestiertdie Spritmonitorauswertung. Kein Wunder, dass uns der Arsch weh tat.


    Ein wenigSpielerei für Statistikfans:


    Gesamtstrecke:4677km
    Durchschnittsgeschwindigkeitlaut Navi: 49km/h
    Gesamtverbrauch:277l Super
    Durchschnittsverbrauch:5,92l / 100km
    Grenzübertritte: 20



    In stillemGedenken an einen Satz Continental Road Attack 2 und dieFrontkamerahalterung nebst Kamera. Ruhe sanft, irgendwo in den Alpen.


    208571836-w250-h333.jpg

    Tag 12 –Samstag, 27. August – Tagesziel Kufstein (A)


    Das sehrleckere Frühstück erwähnte ich ja bereits und so konnten wirfrisch gestärkt unsere Tagesetappe in Richtung Kufstein beginnen.Direkter Weg wäre möglich, aber doof. So schnell kommen wir nichtwieder hier her, also nochmal ein paar Pässe mit in dieRoutenplanung gedrückt.


    Hahntennjoch,Namlospass, Fernpass, Holzleitensattel, Seefelder Sattel und ZirlerBerg sollten dafür sorgen, dass sich Möppi nicht zu lange in derSenkrechten langweilt. Es war Samstag, es war tolles Wetter und eswar dementsprechend voll. Nichtsdestotrotz war die Fahrt angenehm undstressfrei. Auffahrt zum Hahntennjoch, schon in den ersten Kurvenkommt uns nach längerer Pause ein Schlepper mit Unfallmotorradhintendrauf – gefolgt von ca. 50 eng gedrängten Bikes – mahnendentgegen, die Sache hier nicht zu übertreiben. Auf geht´s nachoben, es läuft flüssig, alles passt. Nach ein paar Minuten sage ichdem Weibchen noch per Intercom, dass es komisch ist, dass uns niemandmehr entgegenkommt. Etwas 30 Sekunden später stehen wir im Stau.Dreck. Rund 10 Autos und ein paar Moppeds vor uns hat´s einengeerdet, wie sich später rausstellen sollte, scheinbar ohneFremdeinwirkung. Zwei Minuten früher los und das wäre unserePosition gewesen. Stimmt nachdenklich. Die Cops waren wohl durchZufall gerade vor Ort, im ersten Anschein scheint nicht viel passiertzu sein, da die Uniformträger entspannt laufen und primär Fotosmachen. Nachdem der Krankenwagen kommt und kurz nach ihm der Notarztund dann auch noch Decken gespannt werden, überdenke ich dieseMeinung. 45 Minuten lang geht gar nix, Stau soweit das Auge reicht.Als sich alles schon aufzulösen scheint, kommt ein dritterKrankenwagen. Irrtümlich hinzugerufen? Nein, er drängelt sich ander Unfallstelle vorbei weiter durch den Stau. Samstag bei gutemWetter scheint kein ideal gewählter Tag zu sein, hier zu fahren.Durch die massive Pulkbildung geht auch nach Beräumung derUnfallstelle nicht wirklich flüssig weiter. Auf der Passhöhe machenwir Pause und lassen den Pfropfen aus Blech und Benzindrang ersteinmal abfließen. Von Norden kommt ein Pärchen auf einer GSangerollt, hält neben uns und rät uns, langsam zu machen, untengehts kaum weiter, Unfall. Dafür also der dritte Krankenwagen.Wahrend wir für die Info danken, fährt er hinter uns vorbei,gefolgt von einem ebenso großen Pulk wie kurz vorher von Südenstartete.


    Ein paarMinuten später starten auch wir wieder, der Verkehr hat sichnormalisiert, bis auf einen Deppen der permanent meint, blindlingsüberholen zu müssen, geht es stressfrei voran. Der Namlospassgefällt uns fahrerisch dann noch besser, seine Kurven passen genauzu dem Fahrprofil der dicken Blauen, man swingt wunderbar im Taktdurch die Landschaft ohne heftigsten Materialmord im Racemodus mitnur spitzen Kehren und kurzen Geraden. Am Fuße des Namlos kehren wirin einer Hütte zur Mittagspause ein, ein "Bikerabo" aus"Alpenburger" (sehr lecker!) und Kaffee soll Energie fürdie weitere Reise bringen. Klappt gut. Die weitere Reise verläuftangenehm, aber unspektakulär. Desto näher wir wieder an die großenOst-West Verbindungen kommen, umso dichter wird erwartungsgemäß derVerkehr. Den Fernpaß hinter einer riesigen Kolonne hinter einemWohnmobil / Lastzug / [setze hier beliebiges unnötig langsamesFahrzeug ein] raufdümpeln, bringt zwar zweifelsohne schöneAussichten, fahrerisch jedoch keine Endorphinschübe. So vergeht dieRestzeit des Tages eher mit dem Ausblick auf schöne Bergpanoramenals mit großen "huiiiii, nochmal" Streckenerlebnissen. Einpaar Ausnahmen gab es natürlich, hinter einem SQ5, deraugenscheinlich ortskundig war, eine Bergstraße hoch zu dreschen,kann zum Beispiel dicke Spaß machen.


    Gegen 17.30Uhr erreichen wir das Ende der Naviroute, Kufstein, Zentrum. Wirhalten an einer Tankstelle und fragen bezüglich einer Pension, "sowas gibt´s hier nicht". WTF? Keine Pension in Kufstein? Glaubtman ja nicht. Leider Gottes klappte das mit der Buchung desAuslandspakets für die Schlautelefone irgendwie nicht, weswegen wirkurzerhand nach Kiefersfelden rüberfuhren, um vom dortigenDiscounterparkplatz das allwissende Orakel nach Pensionen befragen zukönnen. Ging problemlos, per Telefon irgendwas à la "ich habnoch was im Nebengebäude" gebucht. Mal überraschen lassen.Praktisch hieß das, Pension fast im Zentrum (ca. 600 m Fußweg),unten eine Doppelgarage, in einer von beiden durfte Möppi nochgratis nächtigen und obendrauf ein aufgesetzer Bungalow mit riesigerTerrasse. Betritt man selbige, hat man direkten Blick auf dieFestung. Besser geht´s ja kaum. Ok, das Gebäude selbst war nichtgerade nagelneu und 5* Kategorie, aber wir brauchten ja auch nurBett, Klo und Dusche. Das gab es allemal her und der Service war sehrzuvorkommend. Nach einem Essen in der Innenstadt und kurzemStadtbummel incl. "Festung, ich war mal da" Kurzbesuchverkrümelten wir uns auf "unsere" Terrasse, trankenleckeren Discounterwein aus Zahnputzbechern. Bei feinstemSternenhimmel und prachtvoll beleuchteter Festung in direkterSichtlinie. Manchmal sind es die ganz einfachen Dinge, die glücklichmachen.


    208571822-w250-h31.jpg208571823-w250-h167.jpg208571824-w250-h167.jpg208571825-w250-h167.jpg
    208571826-w250-h140.jpg208571827-w250-h167.jpg208571828-w250-h167.jpg208571829-w250-h333.jpg
    208571830-w250-h375.jpg208571831-w250-h167.jpg

    Tag 10 –Donnerstag, 25. August – Basel, ach nein doch nicht


    Da der Taggestern doch sehr prägsam war, insbesondere im Bezug darauf, mit denAußentemperaturen nicht zu lässig umzugehen - sonst gibt´sStraßenrandimbiss "Moppedfahrer im eigenen Saft" –beschlossen wir schon am Abend zuvor, den Stadtbesuch in Basel zustreichen und nicht bei über 30°C einen auf Zwangstouri zu machen.Stattdessen sollte es gleich nach dem Frühstück, solange es in denWäldern noch angenehm frisch und auf den Straßen schön leer ist,eine kleine Runde durch den Schwarzwald geben. Ein paar Streckenteileabfahren, die uns schon am Dienstag so gut gefallen hatten. 120Kilometer in etwa 3 Stunden wurden es, fuhr sich gut und reichtevöllig aus. Danach hievten wir unsere Kadaver unter den Sonnenschirmauf die Dachterrasse und versuchten, das Eis schneller futtern zukönnen als die Hitze es wegzuschmelzen versuchte. Gelang vorzüglich.Ganz nebenbei ging es dann am Nachmittag auch schon ans Kofferpacken. Morgen früh würden wir unser Schwarzwalddomizil verlassenund weiterziehen in Richtung Alpen. Also den großen "ich mussalles schleppen, was man nicht am Mopped braucht" Koffer gepacktund schnuckelig wie ein Haustier Gassi geführt bis zur Poststation.Koffer und Topcase ebenso weitestgehend vorgepackt, so dass amnächsten Morgen nur noch die letzten Kleinigkeiten hinein musstenund dann ab dafür. Anschließend nochmal checken, ob sich nichtstunam Abend genauso gut anfühlt wie nachmittags. Jop, läuft.


    208571808-w250-h444.jpg


    Tag 11 –Freitag, 26. August – Tagesziel St. Anton (A)

    Unsere
    Vorbereitung gestern bescherte uns einen relativ entspannten Morgen,nach dem Frühstück waren die letzten Dinge flott verstaut und schonwar die Mopete umzugsbereit. Durch vier Länder sollte uns die Routeführen, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein und Österreich. Dasganze bei happigen 6h 32min Nettofahrzeit, sportliche Aufgabeangesichts von Gluthitze gleich ab dem Frühstück. Etwas kürzerwäre technisch wohl möglich gewesen, aber hey, wenn man schon malin den Alpen ist, möchte man ja auch ein paar Pässe fahren. Beiletzteren war dem Navi zum Glück die Route nahezu unabänderbaraufgezwungen, für den Beginn der Tagesetappe schien das aber nichtso vehement festzustehen. Oder das Navi findet Liechtenstein einfachdoof, kann auch sein. Jedenfalls lotste es uns – entgegen derTourplanung im Motoplaner – einfach nicht hindurch, sondern einfachweiter im Norden durch die Schweiz. Mistding, hat es uns doch einfachein Land geklaut. Dafür waren die geplanten Pässe drin, wasfahrerisch wohl auch deutlich interessanter gewesen sein dürfte, alszwei nicht spürbare Grenzübertritte. Es war feinstes Reisewetter,wenn auch noch immer knackheiß, dies konnte man angeichts derGegend, der Straßen und vor allem der Kurven doch ziemlich gutvergessen. So führte uns das Benzinross artig über Faschinajoch,Hochtannbergpass und Arlbergpass nach St. Anton am Arlberg, wo wirgegen 18 Uhr das Ortsschild passierten. Links der Straße standendiverse Pensionen, da wir nichts gebucht hatten, schickte ich dasWeibchen los zum Klingeln, irgendwer wird schon ein Zimmer freihaben. Denkste. Alles belegt. Mist. Also weiter im Text und bergabweiter rein in den Ort. Vorm Kreisverkehr im Zentrum dann pokern,weiter auf der Durchfahrtsstraße und hoffen, am Straßenrand was zufinden, oder rein in die Stadt und in den kleinen und steilen Straßenbessere Chancen haben, dafür ein 400kg durch die Gassen manövrierenmüssen. Wir entschieden uns für die Stadt und dies sollte sich alsgute Wahl erweisen. Die dritte Pension empfing uns freundlich undentschuldigte sich redlich dafür, dass in der Garage kein Platz mehrfürs Mopped ist, ich könne aber einfach unter dem untersten Balkonparken. Tat ich. Superherzliche Pensionsführung, sehr ordentlichesZimmer, top Aussicht und ein absolut leckeres und liebevollzubereitetes Frühstück am nächsten Morgen. All dies begründeteden nicht billigen aber doch vertretbaren Preis anstandslos.

    Am
    Abend ging esdann noch schnell in die Innenstadt. Eindeutig auf Wintersportausgelegt, hatte längst nicht alles geöffnet, verhungern würdenwir aber keinesfalls müssen, die Auswahl an Restaurants war riesig.Die Entscheidung fiel auf ein kleines urig wirkendes Etablissementmit Terrasse in der Fußgängerzone. Statt Karte gab es nur 3Gerichte als Ansage, alles vom Grill und nur in der Fleischsorteunterschiedlich. Klingt komisch, schmeckte aber ultimativ lecker.Frisch gebackenes Knoblauchbrot, ein Putenfiletsteak daswahrscheinlich 20min vorher noch Puls hatte und das ganze garniertmit frischem, wirklich frischem Salat und wohl selbstgemachtenKartoffelsalat. Sah toll aus, schmeckte noch viel besser und erwiessich am Ende des Abends als überraschend preisgünstig. Von derTanke im Ort gabs noch eine Flasche Wein unbekannter Bauart, welcheanschließend satt und hochzufrieden auf dem Balkon vomPensionszimmer geleert wurde. Wirklich schade, dass wir morgen frühschon weiterreisen würden, wirklich schön hier.


    208571809-w250-h167.jpg208571810-w250-h167.jpg208571811-w250-h375.jpg208571812-w250-h188.jpg
    208571813-w250-h333.jpg208571814-w250-h72.jpg208571815-w250-h140.jpg208571816-w250-h140.jpg
    208571817-w250-h140.jpg208571818-w250-h140.jpg208571819-w250-h188.jpg208571820-w250-h140.jpg
    208571821-w250-h140.jpg

    Tag 9 –Mittwoch 24. August – Vogesen die 2te


    Da wir durchdie Einplanung von Colmar nicht genau wussten, wieviel wir von dergeplanten 1. Vogesentour wirklich würden abfahren können, hattenwir vorsichtshalber eine zweite geplant. Dieses mal ohne Colmar,dafür mit Besuch bei der Gedenkstätte vom Hartmanswillerkopf. Dassdie nun genau auf der Route des Crêtes liegt, sollte ja nun nichtdirekt unser Nachteil sein...


    DieGedenkstätte selbst ist ein beeindruckender und bewegender Ort, auchwenn ich selbst die Geschichte dahinter bis zu etwasInternetrecherche nicht wirklich kannte. Die Krypta war so bewegendund fesselnd, dass ich kein einziges Foto machte. Die Gedenktafelnder Gefallenen drinnen tragen keine Namen von Personen, sondern dieBezeichnungen von kompletten Kompanien. Purer Wahnsinn. 30000Menschen haben auf diesem recht begrenzten Fleckchen Erde ihr Lebenfür ihr Land gelassen, noch einmal etwa genausoviele wurdenverwundet. Schwer vorstell- und auch nicht wirklich begreifbar, wennman heute in allem Frieden über das Gelände schlendern kann. Tiefbewegend in jedem Fall. Besonders wenn man im Gräberfeld hinter derKrypta dann die ganzen Kreuze sieht, wo an einigen tatsächlichfrische Blumen standen. Dies ist kein modernes Kunstarrangement,sondern tatsächlich ein gigantischer Friedhof, da liegen echteMenschen und sie scheinen zum Teil noch Angehörige zu haben, dieihrer gedenken. Still ist es. Man spürt die mahnende Stimmung diedieser Ort ausstrahlt.


    Wir fahrenweiter, von Süd nach Nord über die Route des Crêtes bis nach LeMarkstein, biegen dort nach Osten ab. Bei Soultzmatt beweist einweiterer Soldatenfriedhof mit penibelst ausgerichteten weißenKreuzen rechts der Straße, wie umkämpft diese Region war. Alsblanke Ironie des Schicksals liegt genau an unserem Haltpunkt nebender Straße ein Frosch in etwa der Höhe einer Briefmarke. Auchfriedliche Zeiten können hochgefährlich sein. Unsere Route führtnach Nordosten, auf und über die D417, um bei Wintzenheim zu kehrenund durch den Wald in Richtung Süden und Château du Hohlandsbourgauf der Route des 5 Châteaux. Als wir den Parkplatz erreichen undsehen, dass ein in dem Moment für uns unbekannt weiter Fußmarschden weiteren Weg zum Ziel darstellen sollte, beschließen wir beidespontan, dass die gut 30°C Außentemperatur ein überzeugendesArgument sind, selbiges links liegen zu lassen und einfach weiter zufahren. Trotz Meshanteil in der Kombi wird es nicht mehr kühl durchFahrtwind, die Luft ist einfach viel zu warm. Um die Rheinebenemöglichst flott zu durchqueren, geht es wieder auf die Autobahn unddann kurz vor der Grenze.... nicht weiter. Mist, was ist denn nunlos. Knapp 2,5km vorm Rhein totaler Stillstand. Brütende Hitze undkeine Ahnung, was das Problem ist. Wir hangeln uns durch zu einerAutobahnbrücke und das Weibchen raucht erst mal eine auf der linkenSpur. Gibt´s so wohl auch nicht jeden Tag. Muss ich auch nichthaben, es ist wirklich abartig warm und ich mache mir langsamernsthaft Gedanken um den Fortbestand meines Kreislaufs, wenn wirnicht irgendwo dauerhafte Kühlung oder zumindest etwas Fahrtwindbekommen. Ich beschließe, mich durch vorbildlich ignorierteRettungsgasse zwischen beiden Spuren zu mogeln, was nicht bei jedemfür Begeisterung sorgt, mir aber in dem Moment total egal ist. Mitteilweise weniger als 10cm zu den Spiegeln geht es dann tatsächlichirgendwie voran durch den Stau, wohl wissend, dass mir diese Taktikspätestend direkt an der Grenze nichts mehr bringt, da es dortkünstlich auf einspurig verengt ist, inklusive bewaffneterKontrollposten, warum auch immer die dort standen, sympathischwirkten sie nicht mit Flecktarn und MG. Im Schatten eines LKW wartenwir also kurz vor der Verengung und überlegen, ob wir es einenanderen Verkehrsteilnehmern gleich tun sollen und ein paar Meterentegen einer Auffahrt auf die angrenzende Landstraße fahren.Rechtlich logisch verboten, technisch aber kein wirkliches Problem danur Plastikpylonen als Mittelplanke herhalten. Und hey, Vollsperrungist doch nahe der Anarchie, gerade jenseits der 30°C Marke. DasProblem ist nicht die Auffahrt, sondern die darauffolgendeWeiterreise. Da ich nicht weiß wo das eigentliche Problem ist –soweit man gucken kann ist Stau – könnte es mich auch trotzRichtungswechsel anscheissen und ich stünde einfach an andererStelle im selben Stau, weil ich die Problemstelle nicht umfahrenhabe.

    Während
    ichdarüber sinniere, geht es vor uns plötzlich ein Stück weiter.Jetzt oder nie, Beschleunigungsstreifen voll ausnutzen, reinquetschenund zumindest bis auf die andere Seite der Verengung kommen. Läuft.Gewonnen. Jetzt wird das Problembild deutlich. Die A5 ist dicht.Vollsperrung verrät uns das Indernetz später, weil ein PKW einenLKW umschubsen wollten. Gelang wohl nicht so gut, 20km Stau waren dieFolge. Das interessiert mich in dem Moment noch nicht, ich sehe nur,dass die Gegenrichtung frei ist. Also drauf auf die Bahn und Feuer.Ander nächsten Raststätte raus, dem Navi die Autobahnnutzungverbieten und die FeWo als Ziel eintragen. Jetzt heißt es hoffen.Mit etwa 90min Verspätung zum Plan rollen wir vor die Garage.


    208571800-w250-h167.jpg208571801-w250-h167.jpg208571802-w250-h167.jpg208571803-w250-h167.jpg
    208571804-w250-h167.jpg208571805-w250-h167.jpg208571806-w250-h167.jpg208571807-w250-h140.jpg

    Tag 8 –Dienstag 23. August – Rundtour Schwarzwald


    Routen vonOrtskundigen sind fast immer besser als das, was man sich selbstaufgrund von passiger Optik oder Routenplanervorschlägen selbstzusammen klicken kann. Deswegen bat ich im Vorfeld des Urlaubs imBiker Treff um Tourenvorschläge und bekam u.a. die an diesem Taggefahrene Tour vom user Vulkanistor als Vorschlag. Knapp 250 km lang,5h21min Nettofahrzeit laut Motoplaner. Passt genau ins Beuteschema.Auf kleinen und kleinsten Sträßchen waren wir gefühlt kaum mehrals 100m geradeaus unterwegs, meine Mundwinkel trafen sich auf derRückseite meines Schädels wieder und die dicke Blaue verlor gefühltmit jedem Kilometer 10kg Gewicht, weil mein Vertrauen in ihreHandlebarkeit rapide stieg. Ein paar Mal habe ich mich an diesem Tagselbst zurückpfeifen müssen, um nicht zu übertreiben. Es liefeinfach alles, man musste nicht mehr nachdenken, die Ansicht dernächsten Kurve gab das Handlungsmuster vor, ohne dass dasirgendwelcher bewussten Kopfarbeit bedarft hätte, wir waren einfach"drin". Das ist meist der Zeitpunkt, kurz bevor man im 90°Winkel in der Kurve liegt, weil man sich verschätzt hatte. Alsoimmer mal wieder selbst zur Raison gerufen und mit 95 statt 100%weitergemacht. Spaßfaktor allemal hoch genug. Als wir beiSchauinsland ankamen, war ich derartig fertig und einfach nur tiefglücklich, dass ich direkt auf dem Möppi hätte einpennen können.Aber auch dort berappelten wir uns und stiefelten in der ach soleichten Moppedmontur den Weg hinauf zum Aussichtsturm und wenn manschon mal da ist, natürlich auch auf selbigen hinauf. DerPanoramablick von dort ist fantastisch, zumal wir bestes Wetterhatten. Übertroffen wurde er an dem Tag aber ein paar Stunden vorhertrotzdem schon. Der "Blauen" wurde mir als Tipp nahegelegt,unter dem Motto "fährste eh quasi vorbei". Hab ich sohingenommen und entsprechend angesteuert, auch wenn ich die Auffahrtzum Berg selbst jetzt nicht so toll fand, die Aussicht macht einfachalles wett. Oben auf dem Berg noch rauf auf den Aussichtsturm unddann niederknien vor seiner eigenen, kleinen, unbedeutendenmenschlichen Existenz. Fernsicht von geschätzten 80-150km, auf einerSeite die Vogesen, überdacht vom Mond obwohl strahlenderSonnenschein und blauer Himmel war, im Süden die Alpen mit ihrenschneebedeckten Gipfeln und im Osten der Schwarzwald. Dazwischen,soweit wie man nur gucken konnte, die Rheinebene. Gut hingucken, Strg+ S denken und für immer ins Hirn braten.


    Ich hätte an demTag Blut spenden und mir selbst im Winter immer mal wieder zurVerfügung stellen sollen, bringt bestimmt direkt gute Laune mit.


    208571784-w250-h167.jpg208571785-w250-h167.jpg208571786-w250-h167.jpg208571787-w250-h167.jpg
    208571788-w250-h64.jpg208571789-w250-h33.jpg208571790-w250-h167.jpg208571791-w250-h167.jpg
    208571792-w250-h167.jpg208571793-w250-h167.jpg208571794-w250-h167.jpg208571795-w250-h167.jpg
    208571796-w250-h167.jpg208571797-w250-h167.jpg208571798-w250-h140.jpg208571799-w250-h140.jpg

    Tag 7 – Montag22. August – Rheinfall bei Schaffhausen (CH)


    Vonvornherein waren Touriziele mit in die Urlaubsplanung integriert,damit es sich auch nach Urlaub und nicht nur nach sträflichemKilometerschruppen anfühlt. Waren auch so schon nicht zu wenige...


    Planung wareigentlich neben Colmar mal Mulhouse in Frankreich sowie Basel undder Rheinfall bei Schaffhausen in der Schweiz. Mulhouse hatten wirdem Regentag geopfert, da Frankreich mit Colmar eh schon abgehaktwar, tat das nicht ganz so arg weh. Der Rheinfall war aber etwas, wowir beide unbedingt hin wollten und mit knapp 90min Anreisezeit auchabsolut tourizielzauglich gelegen war. Die Anfahrt selbst bot dannauch noch einmal genug Motorradfahrspaß, da man in der Gegendeinfach kaum untaugliche Straßen findet. Lag doch der Feldbergmitten im Weg auf unserer Anfahrtsstrecke, was ein Ärger...


    Ich weiß auch garnicht so genau, was ich vom Rheinfall erwartet hatte, ich hattevorher nur Bilder beim allwissenden Orakel gesehen, das was uns dannerwartete beeindruckte mich bzw wohl eher uns jedenfalls zutiefst. Dabummelt man im Innenstadttempo durch eine typische Ortschaft , biegtaus einem ganz normalen Kreisel ab, umgeben von Beton, Bebauung undInfrastruktur wie man sie in jeder Stadt erwartet und urplötzlichsieht man sich mit purer Naturgewalt konfrontiert. Bilder können dieEindrücke gar nicht angemessen wiedergeben, weil sie das Getöse unddas Beben im Boden nicht darstellen können und somit die dortallgegenwärtig spürbare endlose Kraft auch nur ansatzweisedarstellen können. Auch hier wieder absoluter Motorradbonus:Parkplatz für gratis und sehr nah am Fall selbst, am Infopointgibt´s Klamottensafes für 2 Franken Pfand, die einemultrafreundlichst (das soll nicht pieksig übertrieben klingen,sondern ist völlig ernst gemeint, ich habe noch nie so netteMenschen getroffen wie an dem Tag in der Schweiz) im Tausch gegeneine heimatliche 2€ Münze leihweise zur Verfügung gestelltwerden.


    Flux dasMöppi also abgeparkt und rein mit den Tierhautpanzern in einen Safe.Und staunen. Immer wieder. Einfach zu krass das ganze. Und das auchnoch gratis. Und natürlich. Kein Showeffekt, sondern schiereUrgewalt. Die Infotafel lässt uns später wissen, 600m³ pro Sekundetösen hier im Schnitt pro Sekunde runter. 600000 l Wasser. JedeSekunde. Irre. Aber genau so fühlt es sich an, man kann die immenseKraft hören und fühlen. Natürlich mutieren wir zu Vollbluttourisund buchen uns eine Bootsfahrt direkt an den Fall heran. Hammerhartund mit Worten kaum adäquat zu beschreiben. Das hat hier absolutnichts mit Motorradfahren zu tun, trotzdem wird es wohl sehr lange imGedächtnis und mit diesem Urlaub verknüpft bleiben. Etwa 2 1/2Stunden verbringen wir dort, bevor wir uns tief beeindruckt auf denRückweg machen.


    208571764-w250-h167.jpg208571765-w250-h167.jpg208571766-w250-h167.jpg208571767-w250-h167.jpg
    208571768-w250-h375.jpg208571769-w250-h167.jpg208571770-w250-h167.jpg208571771-w250-h167.jpg
    208571772-w250-h167.jpg208571773-w250-h167.jpg208571774-w250-h61.jpg208571775-w250-h167.jpg
    208571776-w250-h167.jpg208571777-w250-h167.jpg208571778-w250-h167.jpg208571779-w250-h167.jpg
    208571780-w250-h167.jpg208571781-w250-h167.jpg208571782-w250-h167.jpg208571783-w250-h140.jpg

    Tag 6 – Sonntag21. August – little venise @ Colmar (F)


    Schon bei derAusarbeitung der Tagestouren im Winter lachten mich auf der Karteneben dem Schwarzwald auch die Vogesen an. Anreise problemlos machbarund in großen Streckenteilen selbst auch kurvig. Nachdem ich imBiker Treff einige Tourvorschläge zeige und um weitere Empfehlungenbat, wurde mir ein Besuch in Colmar unbedingt ans Herz gelegt. Nebendem Hinweis, für die Anreise Autobahnen zuzulassen, statt sich durchdie Rheinebene zu quälen.


    BeideVorschläge beherzigten wir und so führte der erste Tourstopp desTages ins Zentrum von Colmar. War mir die Stadt vorher gänzlichunbekannt, fand ich schon am heimischen PC via google diverse Bildervon der wirklich ansehnlichen Innenstadt und ihren Kanälen. Nichtohne Grund heißt der Teil "Klein Venedig". Nach etwa1h40min Anreise stellten wir den Dampfer also mitten im Stadtzentrumab und schlenderten durch die kleinen Gassen. Wegweiser braucht mannicht, einfach immer dahin wo es voll ist und wo der Bummelzug(Trecker mit Anhängern) zu sehen ist, dann hat man allestouritaugliche automatisch dabei. Optisch ist die Stadt echt einHighlight mit ihren alten aber bunten Häusern, kleinen Gassen undBrücken und überall Blumenschmuck oder sonstige Deko. Als würdeman durch eine Postkarte laufen.


    Irgendwannstellte sich dann auch ein kleines Hüngerchen ein und wir gucktenmal bei den ausgehängten Karten der Restaurants. Und erschrakenheftig. Einstiege von 30-40€ waren eher die Regel als die Ausnahme.Klar, im Urlaub guckt man nicht auf jeden Euro, aber wenn man das malgrob auf zwei Leute hochrechnet sind knapp 100€ für ein schnellesMittagessen dann doch schon eine harte Nummer. Wir stiefelten alsoweiter durch die Stadt und gaben uns moralisch schon fast geschlagen,dass dies halt der Preis für die hübsche Innenstadtoptik sei undbeschlossen, einfach in das nächste Restaurant zu gehen. Restaurantplus etwa 40 Tische unter freiem Himmel auf einem Platz mitten in derInnenstadt, also in direkter Umgebung keine Konkurrenz und keinPreisvergleich, mir schwante böses. Unnötig, wie ich beimhereingehen feststellte. Der kurze Blick auf die Karte neben demEingang deutete auf normale Preise, auch die Karte drinnen gab sichfriedlich. Bei Temperaturen über 30°C sieht eine Mahlzeit unterfreiem Himmel zwar gut aus, der kühle Innenraum war aber definitivdie angenehmere Entscheidung. Auch Service und Küche wussten zuüberzeugen, für zwei Mahlzeiten nebst Softdrinks und einem GlasWein für´s Weibchen kamen wir bei lumpigen 35€ raus. Mitten inder Innenstadt. Fetzt. Gute zwei Stunden später ging es dann weiter,die Stadt war ja wirklich schön, aber wenn man nun schon in denVogesen ist, will man ja nicht futtern, sondern fahren.


    RichtungNordwesten verließen wir also die Stadtgrenzen und fuhrenbergaufwärts, um nach dem Col du Pré de Raves in Richtung Col duBonhomme und die dort anschließende Route des Crêtes bis nachCernay unter die Räder zu nehmen. Perfektes Wetter, beeindruckendePanoramen und fantastische Straßen mit Kurven, Kehren und Winkeln injeder vorstellbaren Bauart machten diese Etappe zu einem bleibendenEindruck in unseren Köpfen. Den Plan, eventuell auf dem Heimweg nocheinen Zwischenstopp in Mulhouse zu machen – uns war durch denRegentag gestern ja ein "Plantag" verloren gegangen,Mulhouse wäre sowieso ein Touriziel gewesen, somit hätte man daseventuell kompensieren können - verwarfen wir ob derfortgeschrittenen Uhrzeit, als wir die französische Gebirgsketteverließen.


    Ein paarKilometer Autobahn schubsten uns wieder nach Deutschland und somitwieder in den Schwarzwald, wo wir nochmal etwas 40km Heimreise aufkleinen und kleinsten Sträßchen genießen konnten. Kurz vor 19 Uhrparkten wir das Motorpferd in der Garage, genossen eine erholsameDusche und guckten anschließend den Sternen bei ihrem schierenDasein von der Dachterrasse aus zu.


    208571402-w250-h167.jpg208571403-w250-h375.jpg208571404-w250-h64.jpg208571406-w250-h167.jpg
    208571399-w250-h375.jpg208571400-w250-h167.jpg208571401-w250-h375.jpg208571405-w250-h140.jpg
    208571407-w250-h140.jpg208571408-w250-h140.jpg208571409-w250-h167.jpg208571410-w250-h375.jpg

    Tag 4 – Freitag19. August – Schluchseetour


    Der Morgenstartet verhangen, aus den Wäldern steigt noch reichlichFeuchtigkeit, aber es ist trocken und verheißt ein schöner Tag zuwerden. Nach einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse holenwir den blauen Großroller aus der Garage und schwingen uns auf, um250km schwarzwälder Kurvenasphalt unter die Räder zu nehmen. Ja,das fühlt sich gut an, Urlaub ahoi.


    Trotzkleinerer Schwierigkeiten aufgrund von Streckensperrungendurchfuhren wir die geplante Tour fast komplett wie vorher geplantund kamen am Nachmittag erschöpft und zufrieden wieder an unsererTemporärheimat an. Wenn das jetzt jeden Tag so läuft, werde ich dienächsten 8 Wochen nur im Kreis grinsen wegen Endorphinüberschuss.


    Da es nochnicht zu spät war, haben wir uns nach einer entspannten Tasse Kaffeenochmal aufgemacht auf große Tour. Also etwa 15km. Ziel waren dieTodtnauerWasserfälle, von denen ich zwar vorher noch nie etwas gehörthatte, nun aber definitiv als Ausflugsziel empfehlen kann.Gesamtfallhöhe knapp 100m und höchste Staustufe mit knapp 60mFallhöhe. Das ganze mitten im Wald und komplett zugänglich.Obendrein kostenlos, lediglich eine kleine Spende wird erbeten (ichglaube 1€ pro Nase) und bequem fußläufig in weniger als 10Minuten von einem Parkplatz zu erreichen. Am Zugang gibt´s dannsogar noch Motorradsafes für 1€ Pfandgeld, in denen man Helme undKlamotten verstauen kann. Besser geht´s kaum. Etwas komische Blickegab´s dann noch, als die beiden Gestalten in schwarz dort einfachmitten ins Wasser liefen und dann auch noch ihre Technik versenkten,aber hey, wie soll man denn sonst testen, ob die Moppedstiefel unddie Actioncam wirklich wasserdicht sind? Waren sie und wir hattentierischen Spaß. Kann man sich auf jeden Fall mal angeguckt habenund hey, für den Preis ist es einfach perfekt. Nur Treppen sollteman mögen. 100 Meter hoch klingt nicht nach soo viel. Wenn man untenstartet und dann hochlaufen muss, relativiert sich diese Vorstellungrecht schnell. Haben es trotzdem durchgezogen, tschakka.


    208571389-w250-h167.jpg208571390-w250-h167.jpg208571391-w250-h167.jpg208571392-w250-h167.jpg
    208571393-w250-h167.jpg208571394-w250-h167.jpg208571395-w250-h167.jpg208571396-w250-h167.jpg
    208571397-w250-h167.jpg208571398-w250-h167.jpg


    Tag 5 – Samstag20. August – Zonk


    Wäre ja vielzu einfach, wenn alles immer wie geplant läuft. Der Tag startetverregnet und nach Elektrofroschprognose sollte sich daran den ganzenTag nicht wirklich etwas ändern. Irgendwie blöd, zerhagelt das dochdie geplante Tourabfolge. Allerdings wollen wir auch nicht zwanghaftfahren, nur weil der Plan dies so vorsah und der Arsch fänd einenPausentag vielleicht auch mal ganz nett, immerhin war der bis zudiesem Zeitpunkt schon etwas 1800km auf der Mofasitzbank platziert.Wir genossen über den Tag also intensives Nichtstun, nutzten dieRegenpausen um etwas den Ort zu erkunden (für alle Fußballfans: derGeburtsort von Jogi Löw, findet man hier an jeder Ecke,interessierte uns aber herzlich wenig) und einen Tisch beimItaliener zureservieren. Damit man dort nicht in Kombi und behelmt aufkreuzt unddann auch noch keinen Wein trinken kann, nutzten wir das Touriticket("KONUS") von der Kurtaxenanmeldung, womit manerfreulicherweise kostenlos Bus fahren kann. Dass die Reservierungnicht nur gut, sondern notwendig war, sahen wir dann vor Ort,Restaurant Eingangsbereich mit Warteschlange. Kenne ich von hiernicht. Nachdem das Essen (superschnell!) kam, konnte ich den Andrangallerdings verstehen. Frisch gebackene Pizza die einfach 10 von 10Punkten verdient hat, dazu leckerer Traubensaft und ein tollerEspresso zum Ausklang. Absolute Empfehlung, falls mal jemand in derNähe ist. Als wir gingen, war der Tisch gefühlt binnen 10 Sekundenwieder besetzt. Im Vorraum warteten noch immer Leute...

    Tag 2 –Mittwoch 17. August – Tagesziel 2x Dreiländereck & Streckemachen nach Süden


    Nach dem Frühstückverließen wir unsere erste Herberge und starteten nach Südwesten.


    DasDreiländereck Deutschland / Belgien / Niederlande sowie dernebendran gelegene höchste Punkt der Niederlande sollte unser erstesTourziel für heute werden. Über nur bedingt fahrerisch spannende,dafür aber sehr gut ausgebaute Strecken führte uns die Anfahrtdurch optisch wunderschöne Gegenden bei bestem Reisewetter beiAachen über die Grenze und sorgte direkt im Anschluß für diedoppelte Überraschung bezüglich der Niederlande. Hier gibt´sKurven. Und es geht bergauf. Immerhin auf ca. 353 Meter bringt man eshier. Ok, incl. Aussichtsturm, ohne sind es immerhin noch 322 MeterHöhe. Tolle Aussicht, ansonsten aber nicht weiter spannend.Angeguckt, abgehakt, weiter. Schnell noch ein Beweisfoto vomeigentlichen Dreiländereck geschossen und auf gen Belgien ins HoheVenn. Sehr leere Straßen in top Zustand – was dort als"Straßenschäden" bewarnt wird, wäre hier absoluterNormalzustand – mit schon frohlockender Streckenführung.


    Mit einemGrinsen im Gesicht geht es zum zweiten geplanten Tourhaltepunkt,Dreiländereck Belgien / Luxemburg / Deutschland. Das Europadenkmalmusste in diesem Fall stellvertreten fürs Foto herhalten, dieBrücke, etwa 100m Luftlinie entfernt und der eigentliche Grenzpunkt,war durch einen Zaun abgesperrt und auf die Suche nach einemeventuellen anderen Schleichweg wollten wir uns in voller Montur undmit allem Krempel auf dem Mopped nun auch nicht machen. Wir konntensie sehen, close enough. Damit endete die geplante Route für diesenTag, der Rest war nur als freestyle angedacht. Noch ein Stück nachSüden und dann irgendwo eine Pension suchen. Was uns gleich vor zweiProbleme stellte. Der nächste Fahrtag sollte bis zur FeWo imSchwarzwald führen, das Ziel war also klar definiert. Dafür setzteNavi aber weit über 7h Nettofahrzeit an, wenn wir auf unsererbegonnenen Route weiterfahren. Hätte man noch abmildern können,indem man davon einfach schon ein Stück fährt, richtig viel Bockhatten wir aber auch nicht mehr. Das größere Problem war die Suchenach Pensionen. Die "ich guck einfach bei google" Variantebrachte nur extrem spärliche, dafür aber verflucht teure Ergebnissezu Tage. Gefiel uns beiden nicht so, weswegen wir den Grundsatz"keine Autobahn" mal direkt über Bord warfen und einfachdas Tagesziel von morgen als Ziel setzten. Egal wie weit wir kämen,es würde die morgige Anfahrt entsprechend verkürzen. So der Plan.Setzte das Navi brav um, ob das die wirklich sinnigste Lösung bzw.Routenberechnung war, bezweifle ich aber noch immer. Erst ging esnoch ein Stück nach Süden, bis irgendeine größereVerbindungstraße erreicht wurde, dann kurz nach Westen, wieder nachNorden nach Belgien und dort dann nach Osten wieder rüber nachDeutschland. Bis zum Autobahnkreuz Wittlich und von dort aus RichtungTrier. Waren dann mal eben noch rund 140km. Zumindest weiß ich daheraber jetzt, dass die Fuhre auch mit voller Bekofferung bei 170km/hstoisch ruhig liegt, äußerst angenehm zu fahren.


    208571382-w250-h375.jpg208571383-w250-h375.jpg208571384-w250-h375.jpg208571385-w250-h167.jpg
    208571386-w250-h333.jpg


    In Trier alsovon der Autobahn runter und neben einer Ausfahrt angehalten und dieHandys gezückt, Nachtlager suchen, es war schon kurz vor 20 Uhr.Pensionen gab es viele, aber alle waren ausgebucht. Die dritte odervierte steckte uns dann auch mal den Grund. Es war ADAC DeutschlandRallye. Narf. Also Suchradius gen Süden vergrößert und mit dem 2.oder 3. Versuch dann doch Schwein gehabt. Doppelzimmer in einemGasthof direkt an der Mosel, wir sollen uns nur beeilen, Küche hatnur bis 21 Uhr offen. Word. Beeilen kann sie, die Dicke. Mit einemphänomenalen Sonnenuntergang in den Weinbergen näherten wir unsordentlich erschöpft unserer Bleibe für heute. Mopped abstellen,Essen auf Karte checken und bestellen, Zimmer beziehen, duschen,Mensch sein, Futter fassen. Hat irgendwie alles noch perfektfunktioniert und das Essen im Garten im Innenhof war durchaus leckerund preislich fair. Anschließend noch ein kleiner Spaziergang an derMosel, für mehr reichten die Kräfte heute nicht mehr. Bett ahoi,wir mögen morgen bitte bis halb Zehn raus sein, der ganze Gasthofist gemietet. Mkay. Entsprechend liebevoll wurde das Frühstückzubereitet. Man störte halt irgendwie, aber immerhin mussten wirnicht verhungern.


    208571387-w250-h167.jpg208571388-w250-h167.jpg


    Tag 3 –Donnerstag 18. August – Tagesziel Schönau im Schwarzwald


    Nachpragmatischem Morgenmahl ging es bei verhangenem Wetter durch dieWeinberge nach Süden. Laut elektronischem Wetterfrosch sollte eseigentlich trocken bleiben. Sah irgendwie nicht ganz so aus, aberwarten wir mal ab. Man konnte am Himmel schon erkennen, dass es nurein großes Wolkenband war, das von West nach Ost zog, wir fuhrenalso quer drunter durch in Richtung Süden. Es war schon blauerHimmel zu erkennen und nur noch die letzten tiefgrauen Ränder direktüber uns. Platsch, Wasser. Och nö. Bevor man sich richtig ärgernkonnte, war es vorbei. War wohl wirklich genau die "Kante",500m Regen, danach war erst einmal Ruhe. Damit wir nicht zu spät inder FeWo ankommen und vor Ort auch noch ein paar Besorgungen machenkönnten, gab es heute nochmal die Erlaubnis für´s Navi, Autobahnenmitzunehmen. Nach knapp 100km Weinbergen und gewundenen Straßen ginges dann auch recht straight auf der Dosenbahn nach Süden, umschlussendlich bei Saarbrücken die Republik zu verlassen und auffranzösischem Territorium weiter zu rollen. Diagonal RichtungStraßburg durch und dort wieder über den Rhein und somit zurückins Heimatland. Die A5 führt uns dann – deutlich gefüllter alsihre französischen Pendants – in Richtung Freiburg im Breisgau.Die wiederholten Grenzübertritte schienen auch das Wetter verwirrtzu haben. Es wurde immer grauer und kurz vor Freiburg gab es danndoch noch einen Zwangsstopp an einer Tankstelle, um dieRegenhandschuhe und die Membranen in den Kombis zum Einsatz zubringen. Wenige Kilometer danach endete der Autobahnanteil und wirbefanden uns kurz nach der Durchfahrt durch Freiburg direkt imKurvenparadies. Fahrerisch aufgrund des Regens in Kombination mitvollbepacktem Mopped auf unbekannten Kurvenstrecken, welche dazu nochin weiten Gebieten mit Schildern à la "Rutschgefahr, neueFahrbahndecke" gespickt waren, zwar kein vollends entspannterGenuss, optisch aber auf jeden Fall schon sehr imposant und eine mehrals deutliche Einstimmung auf die nächsten Tage.


    Am frühenNachmittag erreichten wir unser Domizil und somit konnte der Urlaubbeginnen. Rasch den Ballast vom Mopped genommen, QuicklockKofferträger abgebaut und das Gefährt in der Garage verstaut. Auchder Regen hatte sich mittlerweile verzogen, so dass wir Einkäufeerledigen konnten und unseren per Post verschickten Koffer mit denrestlichen Klamotten und Utensilien abholen konnten. 14 Tage Urlaubmit nur zwei Seitenkoffern (im Topcase war nur Technikzeug wieSpiegelreflex + Objektive etc.), die dann auch noch auf zwei Personenaufgeteilt werden müssen, ist für eine Frau scheinbar eineHorrorvorstellung. Kofferversand löste dieses Drama aber rechtsimpel, so dass man immer nur für 3 Tage Klamotten direkt am Moppedplanen musste, der Rest kam per Post. Praktische Lösung, muss ichselbst zugeben.

    Grenzerfahrungen

    Vorgeplänkel


    Es war August2015, das Weibchen und meinerselbst quatschten auf dem Hornet Treffenmit anderen Anwesenden und lauschten interessiert deren Schwärmereienvom Schwarzwald, wo sie nun schon mehrfach waren und die letzte Tourdort erst direkt vorm Treffen beendeten.


    Urlaub für2015 war durchgeplant, aber für 2016 war noch alles offen und dieBegeisterung der Berichte setzte sich nachdrücklich in unserenKöpfen fest.


    In den Tagenund Wochen nach dem Treffen suchte ich also im wörldweitwäbb nachTourempfehlungen und Pensionen im Schwarzwald, finden tut man da janahezu endlos viele Ergebnisse. Einfach aufgrund der überzeugendenInternetpräsentation und des freundlichen Kontakts buchten wir kurzdarauf eine Ferienwohnung im Südschwarzwald. Von da an fing diePlanung an etwas auszuarten. Wenn man denn eh schon mal bis in densüdlichsten Süden der Republik tourt, würde es sich ja eigentlichauch direkt anbieten, ein wenig in die Alpen zu schnuppern.Urlaubszeit hatten wir genug, die FeWo war nur für 8 Tage gebucht,somit könnte man ja hintendran einfach noch ein wenig freestyle Tourfahren und abends jeweils spontan nach einer Bleibe für die Nachtgucken. Hatte imApril2015 problemlos und nahezu perfekt funktioniert, somit hatteauch das Weibchen keine wirkliche Scheu vor dieser Art derReiseplanung.


    Naja und wennnun eh schon mal unterwegs ist, könnte man ja auch aus den Alpenquer durch den bayrischen Wald in Richtung Erzgebirge touren, ist jaeigentlich naheliegend. Ich weiß nicht mehr wann und warum, aberirgendwann kam auch noch die Schnapsidee dazu, dass man ja vorAnkunft im Schwarzwald nicht den direkten Weg nehmen müsste, sondernin zwei Tourtagen die westlichen Grenzgebiete der Republik bereisenkönnte.


    Nach und nachentstand somit eine grobe Tourenplanung für die "große"Rundtour, die Tagestouren von der FeWo aus konnten später im Detailgeplant werden. Wenn man mit dem Finger auf der Landkarte entlangflitscht, fand man somit neun Länder, die wir unter die schwarzenGummirundlinge nehmen würden. Deutschland, Niederlande, Belgien,Luxemburg, Frankreich, Schweiz, Liechtenstein, Österreich undTschechien. Klang fürchterlich bekloppt und gleichzeitighochinteressant. Und anstrengend. Aber war ja noch Zeit. Damit wir indem Urlaub nicht zu wenig Mopped fahren, wartete zwei Tage vorTourstart auch noch das Hornet Home Forumstreffen auf unsereTeilnahme. Dort würden wir wieder in unserer schon mehrfachbesuchten Pension schlafen, direkt an der Landesgrenze von Thüringenund Hessen, somit auch thematisch perfekt passend, wenn es umGrenzerfahrungen geht.


    Insekten sindRudeltiere


    Die ach solange Wartezeit bis zum Losfahren verging dann irgendwie doch wiederwie im Flug, in der Zwischenzeit wurden noch die Tagestouren undTouri-Ziele für den Schwarzwald sowie einige Detailstrecken bei derAn- und Abreise ausgearbeitet und beschlossen, dass wir nach Rückkehrnoch ein paar Tage an die Müritz fahren würden, Seele baumelnlassen, nichts tun, Wasser riechen und die Erlebnisse der letztenTage verarbeiten.


    Nach einerletzten Frühschicht vorm Urlaub setzten wir uns am 12. August danngegen 15 Uhr in Bewegung. Einmal quer durch den Harz und dasEichsfeld sollte die Reise führen bei schönstem Wetter mit ein paargrauen Wölkchen. Schon als ich das Möppi aus der Halle hole,beginnt es zu tröpfeln. Solln der Scheiß? So nicht. Ich ignorierees und sammle Koffer und Weibchen ein. Zum Glück hört es auchdirekt wieder auf. Rund 90 Minuten der avisierten 3h20min Anreisewaren durch, als es irgendwo hinter Sankt Andreasberg doch merklichstdunkler wird und die Wolken immer tiefer kommen. Keine 10min späterist der Regen da, der nicht angekündigt war. Vorbei an den südlichenStauseen pladdert es derartig stark, dass man nur noch ca. 30 Meterweit gucken kann. Unschön. Gegen 19.30 Uhr kamen wir dann, nacherledigtem Einkauf und Bezug der Pension, in trockenen Klamotten –mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen – bei der Anmeldung vomTreffen an. Sofort war wieder alles sehr familiär und man konnte denbeginnenden Urlaub genießen.


    208571372-w250-h167.jpg208571373-w250-h167.jpg208571374-w250-h167.jpg


    Der Samstagbegrüßte uns dann auch endlich mit wunderschönstem Urlaubs- undTourenwetter. Nach einem leckeren Frühstück im Garten fuhren wirzum Treffen, um uns der von uns gewählten Tourengruppe anzuschließenund nach gemütlich gefahrenen ca. 70 Kilometern durch das Umland desgroßen Meißner am gemeinsamen Parkplatz anzukommen, um von dort mitallen anderen Tourengruppen im großen Korso - mit kleinem Umweg überden Marktplatz Witzenhausen und der gegenüberliegenden Eisdiele -wieder zurück zum Treffengelände zu fahren. Mit den üblichenTreffenspielchen und lecker Kaffee und Kuchen konnte man so entspanntden restlichen Nachmittag rumbringen. Im Anschluß gab´s dannLagerfeuer und Benzingespräche. Gegen Mitternacht verabschiedetenwir uns in die nahe Pension, um am nächsten Vormittag unterhervorragender Führung von Ortsansässigen auf feinstenAsphaltwindungen durch Eichsfeld und Harz nach Magdeburg zurück zureisen. Es sollten 36h zum Koffer neu packen und durchschnaufenfolgen, bevor es dann am Dienstagmorgen auf die große Tour gehenwürde.


    208571375-w250-h375.jpg208571376-w250-h375.jpg208571377-w250-h167.jpg208571378-w250-h167.jpg
    208571379-w250-h167.jpg


    Asphaltnomaden


    Tag 1 –Dienstag 16. August – Tagesziel Umland von Dorsten


    Da ichmöglichst keine Autobahn fahren wollte auf der ganzen Tour und fürTag 2 die Dreiländerecke DE / NL / BE und BE / DE / LUX auf demTourplan standen, war eine Zwischenübernachtung bei einemlangjährigen Freund eingeplant, der im Umland Dorstens ein Hausgebaut hat und uns für die Nacht beherbergen würde. Für die 405kmattestierte das Navi 6h32min – netto wohlbemerkt. Pünktlich um10Uhr verließen wir also die heimischen Gefilde. Ja ok, es war halbelf, wir kriegen es irgendwie nie pünktlich hin. Egal, ist jaUrlaub.


    Durch Elm,nördlichen Harzrand und Weserbergland führt uns unsere Reise nachWesten. Das Wetter ist traumhaft und daran würde sich laut Prognosein den nächsten Tagen auch nicht das geringste ändern. Läuft. BeiPaderborn gibt´s dann ein verspätetes Mittagessen bei der goldenenMöwe. Findet man einfach am leichtesten mit ihren riesigenWerbepfählen. Ich muss zugeben, die Tour bis dahin war deutlichangenehmer als die Restetappe. Es wurde einfach zusehends voller aufden Straßen, immer wieder führten die Anfahrstrecken mitten durchInnenstädte - in denen sich so langsam der Berufsverkehr stapelte –und auch die Strecken selbst waren nur noch bedingt spannend undmeistens viel zu stark reglementiert. Man scheint in der Gegendabsolut null vertrauen in die Fähigkeiten der Fahrzeugführer zuhaben. Dafür gibt´s hinter jeder dritten Ecke einen Blitzer. Ist jaauch was. Gegen 18 Uhr kamen wir an und ließen den Abend auf derTerrasse mit fantastisch leckerem, gegrilltem totem Tier undHopfentee bzw. Traubensaft ausklingen.


    208571381-w250-h188.jpg

    Mahlzeit :gutenmorgen:


    als noch nicht Bandit Besitzer habe ich mich hier erstmal angemeldet zum Einlesen und ggf. Teilemarkt beobachten.
    Ich heiße Chris, komme aus Magdeburg und fahre für Soloritte eine Honda Hornet 600 bzw. als daily driver und Laternenparkermopped eine Kawasaki KLE 500.
    Für längere Touren mit der holden Weiblichkeit haben wir aktuell eine Yamaha Diversion 900, welche nach der Sommertour dieses Jahr allerdings in den Ruhestand geschickt und durch eine 1250er Bandit ersetzt werden soll.


    Hier mal Bilder von den Mopeten, sollten noch Fragen sein, einfach fragen, ansonsten werde ich tendenziell bis Herbst wohl eher der stille Mitleser sein.


    https://www.dropbox.com/s/w34t70nl33nvu8s/Moppeds.jpg?dl=0



    So then, Grüße
    Chris